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So prüfen wir
Diese Seite ist die Begründung für alles andere. Wenn die Prüfung schlampig ist, ist das Protokoll wertlos und die Zustandsklasse eine Behauptung.
Der Grundsatz
Was im Protokoll steht, ist kein Mangel im Rechtssinne — was nicht drinsteht, ist einer.
Das ist keine Werbezeile, sondern eine Risikoverteilung. Ein dokumentierter Mangel ist vereinbarte Beschaffenheit: du hast ihn vor dem Kauf gesehen und dich trotzdem dafür entschieden. Ein nicht dokumentierter Mangel ist ein Sachmangel — und dafür haften wir — 24 Monate ab Erhalt. Kürzer wird das nur, wenn ein Artikel ausdrücklich als gebrauchte Sache angeboten wird und du der Verkürzung auf 12 Monate im Warenkorb eigens zustimmst, mit einem eigenen Haken für genau diesen Artikel. Ohne diesen Haken bleibt es bei 24 Monaten. AGB, Abschnitt „Mängelhaftung (Gewährleistung)"
Damit hat eine ungenaue Beschreibung für uns Folgen, nicht für dich. Das ist der einzige Grund, warum du dem Protokoll trauen kannst.
Was nicht ins Sortiment kommt
- Ungeprüfte Ware ohne Kennzeichnung — „wird wohl gehen" ist kein Zustand. Ließ sich etwas nicht testen, steht es als „nicht geprüft“ am Artikel und wird nicht zugesichert
- Defekte Artikel und Bastlerware — die gibt es nur im Trödelmarkt, als Klasse D und mit dem Defekt im Protokoll
- Alles mit sicherheitsrelevantem Mangel
- Elektrogeräte, deren Marke nicht im EAR-Verzeichnis steht
- Ware, die wir nur unter eigenem Namen verkaufen könnten
Die letzten beiden Punkte sind Pflichten aus dem ElektroG: wer Geräte eines nicht registrierten Herstellers vertreibt oder sie umlabelt, wird wie der Hersteller behandelt und haftet entsprechend.
Die fünf Schritte
Auspacken, identifizieren, fotografieren
Hersteller, Modell, Typbezeichnung — vom Etikett, nicht geraten. Diese Angaben brauchen wir ohnehin für die Produktinformation nach GPSR. Bei Elektrogeräten prüfen wir hier die Marke im EAR-Verzeichnis.
Vollständigkeit zählen
Der Lieferumfang wird Teil für Teil aufgeschrieben, nicht geschätzt. Fehlt etwas, steht es als eigener Befund im Protokoll — beim dritten Lefant M3 zum Beispiel „ohne Ersatz-Bürstenwalze und ohne Anleitung“, nicht in einer Fußnote.
Funktion prüfen — und sagen, was nicht ging
Saugroboter fahren ihre Programme, Wischsauger saugen und wischen, Heizgeräte heizen auf allen Stufen. Wie lange und wie, steht am Artikel. Ging ein Test nicht — beim Wechselrichter INV12 fehlte eine Batterie, die 250 A liefert —, steht dort „nicht getestet“, und die Funktion wird nicht zugesichert.
Mängel einzeln erfassen
Je Mangel: Art (kosmetisch, funktional, Verpackung, Fehlteil), Schweregrad 1–3, Ort und Maß, und was er praktisch bedeutet. Sichtbare Mängel bekommen einen Marker auf dem Foto, damit du sie nicht suchen musst.
Klasse zuordnen und einstellen
Die Klasse folgt aus den kosmetischen Mängeln, nicht aus dem Bauchgefühl. Ein funktionaler Mangel führt nicht automatisch zu C — wenn er dokumentiert ist und den Gebrauch nicht verhindert, steht er im Protokoll und die Klasse bleibt, wo das Aussehen sie hinstellt.
Wie ein Mangel aussieht
Links, was überall steht. Rechts, was bei uns steht.
Üblich
Zustand: gut
Kleine Gebrauchsspuren vorhanden.
Voll funktionsfähig.
Drei Zeilen, die nichts ausschließen. Du weißt nicht, wo, wie groß, ob es dich stört, und was „voll funktionsfähig" geprüft heißt.
Bei uns
Kein Dauerlauf möglich — nur „läuft an“ ist belegt
nicht geprüftBeide Elektrodüsen wurden angeschlossen und laufen an. Ein Dauerlauf war nicht möglich, weil das Basisgerät, aus dem das Set stammt, nach drei bis fünf Sekunden abschaltet. Wie sich die Düsen nach zehn Minuten unter Last verhalten, wurde nicht geprüft und wird nicht zugesichert.
Aus unserem Samsung-Düsenset. Der letzte Satz ist der Punkt: Er ist unbequem und steht trotzdem da.
Was wir nicht wissen
Bei Ware aus Retourenpaletten kennen wir die Vorgeschichte nicht. Wir wissen nicht, warum ein Kunde etwas zurückgeschickt hat, und wir behaupten es auch nicht. Im Feld Herkunft steht deshalb nur, was wir wirklich sagen können — „Kundenretoure (Widerruf), Artikel war montiert" statt einer erfundenen Geschichte.
Wir können auch nicht ausschließen, dass ein Fehler erst nach Monaten auftritt. Genau dafür gibt es die Gewährleistung, und genau deshalb gelten bei uns grundsätzlich die vollen 24 Monate.